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Von Gompitz nach Thorun

Den Pilgerführer der Sächsischen Zeitung für den Sächsischen Jakobsweg und den Jakobsweg Vogtland im Rucksack fahre ich mit der Straßenbahn Linie 7 bis Gompitzer Höhe. Im Hotel wird beim Fleischer/Bäcker gefrühstückt (merke: Semmel immer beim Bäckerstand aufschneiden lassen, niemals nicht beim Fleischerstand!) und dann die Kohlsdorfer Landstraße entlang. Auf der Brücke über die Coventrystraße hat man eine tolle Aussicht auf Dresden. Wenige Meter weiter führt ein Pfad  zu einem kleinen Hügel, wo die Aussicht ebenfalls lohnt.

Zurück auf der Straße überqueren wir die A17 und kommen vorbei am Grünen Turm zum Kohlsdorfer Weg. Ein kleiner Umweg durch das wunderschöne Wurgwitz, wenige Schritte auf der Pennricher Straße und dann die Hohe Straße Richtung Pesterwitz, an deren Ende sich endlich der Blick über die Weinberge hin zum Windberg auftut. Hier gibt es eine Straußenwirtschaft, die aber erst 16 Uhr öffnet (fr - so). Die Straße Am Weinberg führt hinauf zum Ortskern von Pesterwitz,wo vorige Woche das 950-jährige Ortsjubiläum gefeiert wurde. Hier hält man wohl nicht viel von Spehrs Theorie, dass das vor 950 Jahren erwähnte Buistrici gar nicht Pesterwitz war, sondern vielmehr die Heidenschanze!

Vom Fest jedenfalls sind eine Menge origineller Strohpuppen übriggeblieben, auch wenn einige Einwohner schon "abgeschmückt" haben. Über 300 Pesterwitzer haben sich beteiligt, wie die SZ berichtete. Leider wurden zwei der Figuren von dummen Menschen angezündet.

In der Mauer zur Rechten treffen wir nun auf die Friedhofspforte und gehen die schattige Allee hinunter zu einem besonderen Denkmal: den "Sechsfachen Tränenopfer" der Pfarrerfamilie Opitz, denen im Laufe von zehn Jahren sechs Kinder gestorben waren. Eine Tochter und zwei Söhne blieben glücklicherweise am Leben.

Neben der Kirche findet sich eine Pilgerherberge mit Stempelstelle für den Sächsischen Jakobsweg.

Die Freitaler Straße hinunter, mit einem kleinen Abstecher zum Wiesenhang am Almabach, gelangen wir schließlich zum Burgwartsberg. Hier soll die Burg Thorun gestanden haben, um die der Burggraf von Dohna mit dem Meißner Bischof stritt, bis Markgraf Dietrich der Bedrängte im Jahre 1206 die Schleifung der Burg anordnete. Die Urkunde darüber gilt als Ersterwähnung von Dresden.

Auf der steilen Straße "Am Burgwartsberg" gelangen wir schließlich hinunter zum Bahnhof Potschappel.